Sonntag, 26. Mai 2019

Sommer 2019

Mit Traditionen soll man nicht brechen, daher folgt zunächst, wie immer, ein kurzer Rückblick auf die vergangene Frühjahrsprognose.

Vorab, der sehr starke Kaltlufteinbruch im Mai, der zum kältesten Mai seit 2010 führte, war in dieser Ausprägung Monate vorher nicht zu prognostizieren. Wer behauptet dies zu können, lügt schlicht. Zwar sind Kaltlufteinbrüche im April und Mai während des Frühjahr nichts besonderes - darauf wurde von meiner Seite hingewiesen - aber mit einer derartigen Persistenz war nicht zu rechnen.

Vermutet wurden von mir folgende Druckabweichungen



(C)NOAA

und wieder einmal wurde ein sehr gutes Ergebnis erzielt, denn die tatsächlichen Druckabweichungen stellen sich wie folgt dar

(C)NOAA

Einzig der verstärkte Tiefdruckeinfluß in arktischen Breiten wurde falsch prognostiziert, der starke Hochdruck über Grönland führte zu einem sog. "Grönland-Blocking" ( dazu gleich mehr ) und iniziierte den starken Kaltlufteinbruch im Mai.

Die Sommer-Prognose gestaltet sich schwierig. Denn die Zirkulation wurde durch ein sog. sehr starkes "Final Warming" der Stratoshäre nachhaltig verändert. Diese "Final Warmings" sind nichts besonderes, sie finden jedes Jahr statt und sorgen dafür, daß die athmosphärischen Strömungen auf Sommerzirkulation umstellen.

Aber, durch den anthropogen forcierten Klimawandel und den damit verbundenen starken Eintrag von CO2 und Aerosolen in die Athmosphäre, kommt es vor, daß ein solches Final Warming sehr stark ausfällt.

Und genau dies war heuer der Fall, wie man auf der grafischen Analyse der NOAA sehen kann

(C)NOAA

Wie man sehen kann, ein deutlicher Ausschlag im April nach oben, 2018 ( und auch in manch anderen Jahren ) gab es dies nicht. Das Final Warming in 2018 verlief völlig normal.

Dieses starke Final Warming sorgte für eine starke Schwächung des Polarfrontjetstream

(C)NOAA

deutlich zu erkennen an den stark blau gefärbten Bereichen im subpolaren Raum und ausgreifend bis nach Europa.
Dadurch erfolgte starke Advektion von Kaltluft, v.a. via Grönland, dies verstärkte dort den sowieso schon recht hohen Luftdruck und sorgte für ein sog. "Grönland-Blocking" wodurch die Kaltluft auf quasi direkten Weg nach Europa gelangen konnte. Eindrucksvoll zu sehen in diesem Plot der Druckabweichungen des Mai

(C)NOAA

Die Schwächung des Polarfromtjetstream ist auch hier gut zu erkennen

(C))squall.sfsu.edu

Denn dies führte zur Bildung einer sog. "Viererwelle". Entsteht eine solche, bilden sich zwei "Rücken", meistens einer südlich von Grönland und einer über der Zentralrussischen Landmasse. In der Lücke dazwischen entsteht ein Trog, und in diesem flutet arktische Kaltluft. Erkennbar sind diese Rücken auf obiger Grafik durch die starke Mäandrierung des Jatstream südlich von Grönand und das verstärkte Jetstreamband ausgehend von Polen über das Baltikum bis nach Nordostrussland.

Eine derartige Viererwelle zeichnet sich durch eine starke Persistenz aus und es bedarf starker Warmluftadvektion um diese zu "brechen" und den Umbauprozess auf der Nördlichen Hemisphäre zu forcieren, und genau dies geschieht seit mitte Mai, hier zu sehen beginnend ab ca. 15.05



(C)Wetterzentrale

und zwar iniziert durch Warmluftadvektion an der Ostkanadischen Küste und direkt "gegenüber" im ostasiatischen Raum. Diese Warmluftadvektion hielt auch bis mitte Mai an

(C)Wetterzentrale

Als Resultat wurde die Dominanz der Viererwelle gebrochen und der starke Hochdruck über Grönland abgeschwächt, dadurch verliert auch das Grönland-Blocking an Kraft, dies war bereits seit mitte Mai zu beobachten, denn der Hochdruck orientiert sich langsam westwärts in Ri Skandinavien und Nordost-Russland

 (C)NOAA

 Im Vergleich mit der Grafik der Druckabweichungen weiter oben ist außerdem festzustellen daß der dominierende Tiefdruck über Europa ebenfalls schwächer geworden ist. Da aber der Hochdruck über Grönland weiter stark bleibt ist damit zu rechnen daß es von diesem ausgehend Kaltluftausbrüche in den Atlantik via Island geben wird. Der Blick auf den Jetstream zeigt, daß sich dieser deutlich erholt hat und in recht geordneten Bahnen mit leichten Mäandrierungen verläuft


(C)squall.sfsu.edu


Kommen wir zu den Anomalien der Wassertemps, diese sind wie immer sehr wichtig für die weitere Entwicklung.

(C)NOAA

Diese zeigen, daß sich im Bereich der Azoren recht kaltes Wasser befindet, ebenfalls nördlich, östlich und auch nordwestlich, es wird quasi ein großer Bereich des mittleren Atlantik von eher kühlen Wasser dominiert. Rund um Island und in Ri. Spitzbergen, also im subpolaren Raum, befindet sich recht warmes Wasser, ebenso südlich von Grönland.

Daraus resultiert, daß das Azorenhoch ähnlich wie 2018 zwar abgeflacht wird, jedoch aufgrund der Dynamik die durch kaltes Wasser und warme Luft entsteht sich ostwärts und auch nordwestwärts orientiert. Es sind dann zwar Gegensätze vorhanden, diese werden aber nicht stark genug sein um ein starkes atlantisches Blocking herbei zu führen.

Versucht man alle Komponenten zusammen zu fügen - einigermaßen starkes, aber abgeflachtes Azorenhoch mit Ost/Nordwestwärts-Verlagerung, Hochdruck der sich eher Nordostwärts in Ri. Nordost-Russland orientiert ( siehe oben ), weiterhin einigermaßen starker Hochdruck über Grönland mit Kaltluftausbrüchen Ri. Süden und daraus dort entstehenden Tiefdruck ( kalte Luft trifft auf warmes Wasser, große Gegensätze sind vorhanden und solche sind Tiefdruckfördernd ) - so dürften sich folgende Drckabweichungen bilden, es ei aber erwähnt daß die weiter oben erwähnten Umbauprozesse, die auf der Nördlichen Hemisphäre stattfanden-und finden, Zeit brauchen ( mitte / Ende der 2ten Juni - Dekade ), da die Prozesse aufgrund der vorangegangenen Entwicklungen etwas träge agieren. :

(C)NOAA

Es dürfte sich also eine eher antizyklonal ausgerichtete Achslage bilden, die leicht nördlich orientierte Frontalzone ist jedoch anfällig für Störungen bspw. an der Ostflanke im atlantischen Bereich. Diese Störungen können auch mal wechselhaftes, kühles Wetter zur Folge haben - das passiert in jedem Sommer und gehört zum Mitteleuroäischen Klima dazu - aber ebenso Trogentwicklungen v.a. über Westeuropa, welche dann recht warm-bis heißes Wetter iniziieren. 

Bei den Großwetterlagen des Sommers dürften demnach Gemischte  Lagen überwiegen, zu nennen wären u.a. Brücke Mitteleuropa ( BM ), Südwestlage antizyklonal ( SWa ) Hoch Nordmeer-Fennoskandien antizyklonal ( HFa ) Nordwestlage antiztyklonal ( NWa ) und  Hoch Mitteleuropa ( HM ). Meridionale Trog & Tiefdrucklagen ( TrW, TrM, TB, TM ) dürften aber wie oben erwähnt ebenso häufig auftreten wie Zonale & Gemischte kühle Lagen ( Wz, NWz ), spielen aber eher eine untergeordnete Rolle, wenngleich die zonale GWL Westlage antizyklonal ( Wa ) für sehr warmes und trockenes Wetter steht.

Bei der Abweichung zur derzeit aktuellen Klimatologischen Referenzperiode 1961 - 1990 ist +1,5° bis +2,5° zu vermuten.

Quelle der NOAA - Plots :  https://www.esrl.noaa.gov/psd/map/
Quelle der SST - Anomalien : http://www.ospo.noaa.gov/Products/ocean/sst/anomaly/
Quelle des Jetstream : http://squall.sfsu.edu/crws/archive/jetstream_archive.html
Quelle der Wetterkarten : www.wetterzentrale.de

Donnerstag, 28. Februar 2019

Frühjahr 2019

Zum 8ten mal in Folge liegt ein milder Winter hinter uns, wenngleich der Winter 2012/2013 mit +0,1K Abweichung nur ganz knapp das Kriterium eines "Mildwinters" erfüllt, und von den Strömungsverhältnissen und den damals herrschenden Großwetterlagen war der damalige Winter weit davon entfernt, ein klassischer "Mildwinter" zu sein.

Die Druckabweichungen des Winters 2018/2019, der wahrscheinlich ( die abschließende Bewertung des DWD steht noch aus ) eine Abweichung um die +2,6K zur Referenzperiode 1961-1990 aufweist, stellen sich wie folgt dar

und verglichen mit meiner vermuteten Prognose vom November 2018 ist festzuhalten daß wieder einmal ein recht gutes Ergebnis erzielt wurde, bis auf den zu starken Tiefdruckeinfluss im Mittelmeerraum

Sehr gut erkannt wurden auch die dominanten Großwetterlagen, vermutet hatte ich hauptsächlich Gemischte und Zonale Großwetterlagen wie NWa, NWz und Wz

Abschließend bleibt zu sagen daß Mitteleuropa einem Winter entgegen geht, der hauptsächlich von gemischten und zonalen Großwetterlagen dominiert sein wird, zu nennen wären u.a. Westlage zyklonal, Nordwestlage zyklonal/antizyklonal. Kurzzeitig kann es auch meridionale Wetterlagen geben, wie HB, HFa und Nord/Nordostlagen.

Und tatsächlich wurden an 23 Tagen  Gemischte Großwetterlagen registriert, nämlich NWa und NWz, an 22 Tagen gab es Zonale Großwetterlagen, hierbei war die Zyklonale Westlage die hauptsächliche, gefolgt von Winkelwest und Westlage antizyklonal.

Die kälteste Periode fiel in die 2te und 3te Januar-Dekade, wie im November vermutet, allerdings ist nochmals festzustellen daß dieser Zeitraum ohnehin zum klimatologisch kältesten Abschnitt des Winters gehört und es keine große Kunst ist, hier einen Kaltlufteinbruch zu prognostizieren.

Daß der Februar schließlich derart Hochdruckgeprägt verläuft war im November noch nicht abzusehen, es ist aber nun schon zum wiederholten mal aufgrund des anthropogen forcierten Klimawandels vorgekommen daß es zu einer Verlangsamung des Jetstream mit Blockadelagen kommt, dies muss "abgespeichert" und beobachtet werden.

Ebenso wurde von mir richtig vermutet daß das Sudden Stratospheric Warming - beginnend Ende Dezember 2018 bis mitte Januar 2019 - nicht in der Lage war, entscheidenden Einfluss auf die Troposphäre zu nehmen, der Grund dazu lag in der Umstellung der QBO von Ost auf West, dies hatte ich im November angesprochen und so ist es auch eingetreten.

Kommen wir zum Frühjahr. Diese Jahreszeit ist aufgrund der großen Variabilität der Luftströmungen und Wassertemps sehr schwierig zu prognostizieren, fast schon eine undankbare Aufgabe.

Zunächst ein Blick auf die Anomalien der Wassertemps wo mehrere Faktoren auffällig sind :


(C)NOAA

Zur Verdeutlichung noch eine zweite Grafik :


(C)NOAA / NESDIS

Teile des Nord-und Polarmeers, Nord-und Ostsee sind für die Jahreszeit sehr warm, in einem Bereich nördlich der Azoren / östlich von Kanada / südlich von Island und Grönland befindet sich relativ kaltes Wasser.
Interessanter wird es, wenn man die aktuellen Abweichungen der Lufttemps der Nördlichen Hemisphäre mit hinzu nimmt

(C) KARSTEN HAUSTEIN

Man sieht im arktischen Bereich bis in`s mittlere Skandinavien recht kalte Luft aber über weiten Teilen von Grönland sehr warme Luft die auch südlich von Grönland zu finden ist. Dies scheint eine Momentaufnahme zu sein, nahm aber ihren Anfang schon in den vergangenen 4 Wochen, hier zu sehen

Folgende Schlüsse sind aus den Grafiken zu ziehen : Warme Luft im südlichen Grönländischen Bereich trifft auf das dortige kalte Wasser und iniziiert Tiefdruck, Kalte Luft aus arktischen Breiten trifft auf warmes Wasser des Nordmeers und des Nördlichen Atlantik und iniziiert ebenfalls Tiefdruck. Zonal geprägtes Wetter ist die logische Konsequenz. Es läuft also darauf hinaus daß der Meteorologische Frühjahrsbeginn durch starke Zonalität ( GWL Wz ) sehr wechselhaft und ungemütlich verlaufen dürfte bevor sich Nordhemisphärisch die ersten Umbauprozesse in Richtung Gemischte und Meridionale Großwetterlagen bemerkbar machen. Dies dürfte durch stärkere Mäandrierung des Jetstream bzw. der Rossby-Wellen hervorgerufen werden. Aktuell sind eher lange Wellen ( Wellenzahl 4 ) stationär, es ist aber damit zu rechnen daß sich dies auf Wellenzahl 5 steigert und die Strömungen deutlich weniger Zonalität aufweisen.

Zonale Großwetterlagen bilden im Frühjahr oftmals den "Türöffner" für milde bis warme Gemischte und Meridionale Großwetterlagen, da sich dann die thermalen Gegensätze zwischen den Nördlichen und Südlichen Breiten verstärken. Diese thermalen Gegensätze entstehen u.a. dadurch, daß sich wie oben angesprochen die QBO in der sog. "Westphase" befindet :



Die athmosphärischen Strömungen sind also westwärts gerichtet und sorgen dadurch für einen starken NAO-Index und daraus resultierend stärkere Tiefdrucktätigkeit.

Folge wären dann im weiteren Frühjahrsverlauf zum einen die Bildung der Großwetterlagen BM, SEa und HNFa, desweiteren kann es besonders in der 2ten Dekade des April um den 17.04 herum nochmals zu einem recht markanten Kaltlufteinbruch durchGroßwetterlagen wie bspw. HNFz kommen. Das langjährige Mittel der Klimaperiode zeigt, wie schon öfter in den vergangenen Jahren erwähnt, in diesem Zeitraum eine Delle nach unten.

Die dann eher meridional ausgerichtete Achslage der Zirkulation begünstigt aber auch die Bildung von Troglagen wie bspw. Trog Westeuropa, Trog Mitteleuropa und Tiefdrucklagen wie Tief Mitteleuropa, Tief Britische Inseln ( besonders diese drei GWL-Typen können sich als sehr persistent erweisen, ein grundlegender Lagenwechsel würde dann nur sehr zäh vonstatten gehen ) außerdem kühlere zyklonale Lagen wie SEz.

Die Druckabweichungen könnten sich wie folgt darstellen : 

Diese Druckabweichungen dürften für den ein oder anderen markanten Luftmassenwechsel von warm zu kalt verantwortlich sein, bevorzugt im April und Mai. 

Als Fazit lässt sich sagen daß sich die Dominanz Zonaler und Gemischter Großwetterlagen ein wenig umstellt auf mehr Gemischte Großwetterlagen gefolgt von Meridionalen Großwetterlagen. Zonale Großwetterlagen dürften weiterhin auftreten, nehmen aber an Häufigkeit ab. Es ist mit einer Abweichung von +1,5° bis +3° zur gültigen Klimareferenzperiode 1961-1990 zu rechnen.

Donnerstag, 29. November 2018

Winter 2018 / 2019

Bevor ich den kommenden Winter bespreche, wie immer ein kurzer Rückblick auf den vergangenen Herbst. Die von mir vermutete Wechselhaftigkeit blieb aus bzw. kam nur kurz zum tragen. Der November bspw. war auch wieder fast komplett von meridionalen Großwetterlagen geprägt, die von mir vermuteten zonalen und gemischten Wetterlagen stellten sich hauptsächlich im September und Oktober ein.

Dennoch ein gutes Ergebnis bei den vermuteten Druckabweichungen, hier die Prognose


und hier das Ergebnis

(C)NOAA
auf dem man sehr gut sieht daß der erwartete Schwenk hin zu etwas mehr Zonalität ausblieb.

Dieser Schwenk ist aktuell allerdings vollzogen, der Dezember startet westlastig, die beherrschenden Großwetterlagen und auch die klimatischen Strukturen werden sich deutlich umstellen, die meridionale Dominanz ist gebrochen und wird in diesem Winter nicht mehr präsent sein.

ATLANTISCHE SITUATION

Wie schon in der Herbstprognose erwähnt war der NAO-Index in diesem Jahr fast durchweg sehr hoch. Im November fiel er in den negativen Bereich aufgrund der meridionalen Struktur der Großwetterlagen, nun aber ist ein deutlicher Anstieg des Index zu erkennen

(C)NOAA

Dies wird durch die Abweichungen der Wassertemps ermöglicht welche sich folgendermaßen darstellen :

(C)NOAA


Das zusammentreffen von kalten Wasser im Grönländisch-Isländisch-Kanadischen Bereich in der Davis-Straße und vor Neufundland mit warmen Wasser aus dem mittleren und südlichen Atlantik plus relativ kalte Luft aus der NH und warmer Luft aus dem subtropischen Bereich sorgt für große Gegensätze und die Bildung von vielen Tiefs, die dann via West in die für Europa verantwortliche Wetterzirkulation eingebunden werden.

Auch im Nordmeer sind große Gegensätze vorhanden. Hier sorgt warmes Wasser plus relativ kalte Luft aus der NH für tiefes Geopotential, ein starkes Polarhoch wird sich so nicht bilden können.

Sollte die Frontalzone wie aktuell etwas weiter südlich orientiert bleiben, so wäre zumindest in den Mittelgebirgen bei Durchzug der Tiefdruckgebiete Schnee möglich.

Abschließend ist festzustellen daß sich rund um die Azoren sowohl kühleres als auch wärmeres Wasser befindet. Im Zusammenspiel mit kühleren Luftmassen aus Nord und wärmeren aus Süd dürften sich hier keine großen Gegensätze aufbauen, was für ein normal ausgeprägtes Azorenhoch spricht.

NÖRDLICHE HEMISPHÄRE / POLARWIRBEL

Der Polarwirbel zeigt sich aktuell gut strukturiert, die Ozonkonzentration ist mittel bis niedrig


und scheint in der kommenden Zeit abzunehmen


was sich auch in den Abweichungen zeigt, diese sind negativ, also findet Ozonzerstörung statt, was für eine sich abkühlende Athmosphäre steht



(C)Canada Environment


Allerdings muss ich anmerken daß dieses Szenario auch im vergangenen Winter gegeben war. Jedoch kam es im Februar 2018 zu einer starken plötzlichen Stratosphärenerwärmung, die die Zirkulation nachhaltig, nämlich bis Ende März, auf winterliche Verhältnisse umstellte.

Zwei Ursachen sind hierfür verantwortlich. Zum einen der anthropogen forcierte Klimawandel. Zwar kühlt sich die Athmosphäre des Polarwirbel einerseits durch den verstärkten Eintrag von Aerosolen ab, andererseits sorgt die Zunahme des Klimaschädlichen CO2 dafür, daß der Polarwirbel in seiner Gesamtstruktur schwächer bzw. anfälliger wird für starke Warmluftadvektion und dadurch Umkehrung der Windverhältnisse.

Zweitens befand sich die Athmosphäre im Februar 2018 in der Ostwindphase der "Quasi binären zweijährigen Schwingung", dies ist vereinfacht gesagt eine periodisch athmosphärische Welle des zonalen Winds in der äquatorialen Stratosphäre der Erde.

In der Westphase wird die zonale Zirkulation gestärkt, in der Ostphase geschwächt.

Aktuell scheint sich diese Schwingung von Ost auf West umzustellen, der Wert für Oktober war nur noch leicht negativ. Mit einem evtl. Eintritt in die Westwindphase - natürlich kann der Wert auch wieder in den negativen Bereich zurückschwingen - dürfte es schwer werden daß sich eine plötzliche Stratosphärenerwärmung ereignet, unmögich ist es jedoch nicht, das muss man dann weiter beobachten. Sollte es zu einer großen Erwärmung kommen so gehe ich davon aus, daß es nur wenig Auswirkungen auf den troposphärischen Polarwirbel geben dürfte.
Kleine Erwärmungen, sogenannte "Minor Warmings", werden dagegen ganz sicher auftreten, sie kommen jeden Winter vor. Sie sind aber nicht in der Lage, die Windverhältnisse zu ändern, können aber für kurzzeitige Kaltlufteinbrüche sorgen.

POLARFRONTJETSTREAM & EURASIEN

Der Polarfrontjetstream zeigt sich hervorragend und stark strukturiert

(C)California Weather Server

Damit steht der  Kaltluftadvektion aus dem Sibirischen Raum via Polarfrontjetstream in R. Nordpazifisches Beringmeer und damit auch den Aleuten nichts im Wege, was die dortige, schon jetzt sehr starke Tiefdruckentwicklung noch weiter stärken würde und entsprechende Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des Polarfrontjetstream hätte. Schon seit einigen Jahren wird auf die Wechselwirkung des Aleutentief zum Islandtief hingewiesen.

Daß das Aleutentief heuer so stark ist hängt mit Rekordwerten der dortigen Wassertemps ( Nordpazifik ) zusammen


(C)NOAA

die Abweichungen waren die höchsten, die bisher im Oktober dort gemessen wurden, dazu ein Diagramm ( aus der Wetterzentrale des Users "Random Weather" )




(C)Wetterzentrale / Random Weather

Um nochmal auf den Jetstream zurückzukommen, das stärkste Kaltluftpotential befindet sich derzeit weit östlich im Sibirischen Raum, gut zu sehen auf den gemittelten Karten der NH von EZ und GFS


(C)Wetterzentrale

Und da der Jetstream, wie oben zu sehen, überall in recht geordneten Bahnen verläuft dürfte oben beschriebene Entwicklung weiter verstärken.

Was ebenfalls zu sehen ist : An der Ostküste von Kanada  und den nördlichen Bundesstaaten der USA befindet sich relativ viel Kaltluftpotential. Dieser Umstand sorgt dafür, daß die Tiefdruckproduktion vor Neufundland weiter angetrieben wird. Längerfristig wird sich das Kaltluftpotential wohl direkt über der Arktis platzieren, mit Tendenz zu einer eliptischen Anordnung und einer leichten Verlagerung Ri. Beaufortsee / Tschuktschensee / Beringmeer.

Kommen wir zur Eurasischen Schneebedeckung. Diese zeigt ein verändertes Bild im Gegensatz zu 2017


(C)NOAA

denn 2017 war die Schneefläche sowohl radialsymetrisch ( entlang der Längengrade von Ost nach West) als auch exzentrisch ( entlang der Breitengrade von Nord nach Süd ) ausgedehnt, was sowohl Zonale als auch Meridionale Großwetterlagen begünstigte. Heuer ist aber eher die radialsymetrische Ausdehnung im Vorteil. was zur verstärkten Entwicklung zonaler Großwetterlagen führen dürfte.

Dazu passt, daß der November 2018 in Westrussland recht kalt verlief, also eine relativ frühe Einwinterung stattfand. Dieser Umstand sorgt dafür, daß der zonale Index erhöht wird.

Die aktuelle Kaltluftverteilung zeigt, daß sich an der Situation in Westrussland erstmal wenig ändert :

(C) Karsten Haustein


Abschließend bleibt zu sagen daß Mitteleuropa einem Winter entgegen geht, der hauptsächlich von gemischten und zonalen Großwetterlagen dominiert sein wird, zu nennen wären u.a. Westlage zyklonal, Nordwestlage zyklonal/antizyklonal. Kurzzeitig kann es auch meridionale Wetterlagen geben, wie HB, HFa und Nord/Nordostlagen. Bedingt durch diese Lagen wird es auch kältere und kalte, winterliche Abschnitte geben, sie gehören dazu und kommen in jedem Winter vor, sei er auch noch so mild. Aber, sie werden nie von längerer Dauer sein, vielleicht am ehesten im Hochwinter ab der 2ten und 3ten Januar-Dekade und der 1ten Februar-Dekade. Dies ist klimatologisch gesehen die kälteste Zeit des Winters und dazu prädestiniert, mal einen längeren kalten Abschnitt zu liefern. Kältere Abschnitte dürften sich dann aus Trogentwicklungen, Rückseiten von durchziehenden Tiefdruckgebieten und kurzzeitigen Blockadelagen ergeben. Der Dezember dürfte noch etwas von der vorangegangenen meridionalen Dominanz profitieren, wenn auch nur mit kurzen Abschnitten.

Die Druckabweichungen dürften sich ungefähr wie folgt darstellen :



(C)NOAA

Es ist daher mit einer Abweichung von +1° bis +2,5° zur International gültigen Klimareferenz-Periode 1961 - 1990 zu rechnen.

Quellen der Bilder :
www.wetterzentrale.de
http://squall.sfsu.edu/crws/archive/jet_nh_arch.html
http://es-ee.tor.ec.gc.ca/e/ozone/Curr_map.htm
http://www.karstenhaustein.com/climate
http://www.climate4you.com/SnowCover.htm

Sonntag, 4. November 2018

Über den Sinn (?) und Unsinn von Wetteregeln-und zyklen.

Wetter und Klima hat die Menschen seit jeher fasziniert, und schon immer haben sie versucht, das nicht fassbare "fassbar" zu machen indem Wetterregeln und Zyklen aufgestellt wurden.

Die bekanntesten Wetterregeln kennt wohl jeder. Es sind die Bauernregeln. Diese wurden bspw. von Prof. Dr. Malberg in seinem Buch "Bauernregeln - Aus meteorologischer Sicht" eingehend untersucht und statistisch ausgewertet. Summasummarum lässt sich nach Lektüre dieses Buchs sagen, daß die meisten Bauernregeln entweder gar keine oder gerade mal eine Eintreffwahrscheinlichkeit von 50% aufweisen. Einige wenige besitzen immerhin eine Eintreffwahrscheinlichkeit von 70% bis 80%, wie bspw. die berühmte "Siebenschläferregel", allerdings ist diese auch regional begrenzt. Sie trifft am ehesten im Süden von Deutschland zu und nimmt nach Norden hin ab, wo sie nur noch eine Eintreffwahrscheinlichkeit von unter 50% besitzt.

Ein weiteres Feld sind sog. "Wetterzyklen" oder "Zeitzyklen". Diese stellen die Behauptung auf, daß es nach Ablauf eines bestimmten Zeitraums immer wieder zu gleichen oder ähnlichen Abläufen einer Jahreszeit oder eines Monats kommt. Es gibt deren viele, 10-20-30-Jahreszyklen, aber auch 12-24-36-Jahreszyklen, usw usf.

Man muss diesen Zyklen zugestehen daß sie hochinteressant sind. Es ist allerdings so, daß man, wenn man aufmerksam sucht, immer wieder auf Zyklen trifft, die aber m.M.n. keine verlässiche Aussage über eine bestimmte Jahreszeit oder einen Monat zulassen.

Warum?

Wetter und Klima sind physikalische Vorgänge. Physikalische Vorgänge unterliegen zwar der sog. Kausalität, hier wird aber bereits zwischen starker und schwacher Kausalität unerschieden.

Von starker Kausalität spricht man, wenn ähnliche Ursachen ähnliche Wirkungen zur Folge haben. Beisiele wären

- das werfen eines Balls
- das fallenlassen eines Steins
- das erwärmen einer Flüssigkeit
- das fließen von Strom

Von schwacher Kausalität spricht man, wenn ähnliche Ursachen zu nicht ähnlichen Wirkungen führen. Beispiele wären

- das werfen eines Würfels
- das fallenlassen eines Blatts Papier
- die Wasserwirbel hinter einem Brückenpfeiler

Physikalische Systemvorgänge wie Wetter und Klima, bei denen kleine Änderungen in den Anfangsbedingungen große Änderungen in den Auswirkungen verursachen, bei denen also eine schwache Kausalität vorliegt, zeigen daher ein zufälliges oder chaotisches Verhalten. Da aber auch für solche Systeme die physikalischen Gesetze anzuwenden sind, bezeichnet man ein solches Verhalten als "deterministisches Chaos".Es ist der sog. "sensitiven Abhängigkeit" geschuldet, diese besagt, daß schon kleinste Änderungen in den Anfangsbedingungen im weiteren Verlauf ein völlig anderes, quasi fast schon unvorhersagbares, Verhalten erzeugen.

Als Beispiel, wie ähnliche Bedingungen zu unterschiedlichen Auswirkungen führen, führe ich den aktuellen Tag, Sonntag 04.11, an.

Aktuell herrscht eine südlich orientierte Lage, am ehesten ließe sich diese als Antizyklonale Südlage bezeichnen

Quelle : (C)www.wetterzentrale.de

und eine ähnliche Lage herrschte am 04.11.2011

Quelle : (C)www.wetterzentrale.de

Die damalige Lage führte fast landesweit zu einigen Sonnenstunden

Quelle : (C)www.kachelmannwetter.com

während es aktuell nur im Südwesten für ein paar Sonnenstunden reichte


Quelle : (C)www.wetteronline.de

Kommen wir nochmal auf die Zyklen zurück. Einen solchen habe auch ich entdeckt. Ich nenne ihn den "31-Jahres-Winter-Zyklus".

Ich habe nämlich festgestellt daß es, beginnend ab 1925, alle 31 Jahre zu Wintern kommt, die zum einen zu den jeweils mildesten Wintern ihres Jahrzehnts gehören, zum anderen sind alle Februar-Monate der betreffenden Winter mild bis deutlich zu mild geworden. Außerdem kam es in den jeweiligen Jahren zu Anfang des Oktober zu Nördlich oder Nordwestlich geprägten Lagen.

Der Winter 1925 / 1926 hatte eine Abweichung von +1°, der Februar 1926 wurde mit 4k Abweichung sehr mild. Im Oktober 1925 kam es in der 1ten Dekade für einige Tage zur Großwetterlage Nordwestlage antizyklonal.

31 Jahre später dann der Winter 1956 / 1957, dieser hatte eine Abweichung von +1,7°, der Februar 1957 wurde mit 3,4k auch wieder sehr mild. Im Oktober 1956 kam es in der 1ten Dekade für einige Tage zur Großwetterlage Nordlage zyklonal.

Wieder 31 Jahre später dann der Winter 1987 / 1988, dieser hatte eine Abweichung von +2,3°, der Februar 1988 wurde mit +1,7k abermals sehr mild. Im Oktober 1987 kam es in der 1ten Dekade zur Großwetterlage Hoch Fennoskandien antizyklonal, welche auch Nördlich beeinflusst ist.

Nun sind wieder 31 Jahre vergangen, der zurückliegende Oktober startete in den ersten 3 Tagen mit der Großwetterlage "Nordwestlage zyklonal".

Außerdem wurde jeder Winter der 31-Jahres-Regel-Reihe um jeweils 0,6° bis 0,7° milder als der vorhergehende.

Rechnung dazu : Winter 1925 / 1926 +1°, 31 Jahre später +1° addiert mit 0,7° ergibt 1,7° was die Abweichung des Winter 1956 / 1957 ist. Diese 1,7° addiert mit 0,6° ergibt 2,3° was die Abweichung des Winter 1987 / 1988 ergibt.

Das heißt daß - vorausgesetzt man glaubt an derartige Zyklen - es sehr wahrscheinlich ist daß der Winter 2018 / 2019 mit einer Abweichung von +2,8° / +2,9° abschließen wird, weil die 2,3° von 1987 / 1988 addiert mit 0,6° / 0,7° die +2,8° / 2,9° des Winters 2018 / 2019 ergibt.

Aber es gibt mathematische, physikalische und auch biologische Eigenschaften, die meine 31-Jahres-Regel noch weiter ausbauen.

Die Zahl 31 ist eine Primzahl, d.h. es ist eine Zahl, die nur durch sich selbst und durch 1 teilbar sind. Die 1 ist übrigens auch Bestandteil der Zahl 31.

Den Primzahlen kommt eine hohe Bedeutung zu, u,a, wird durch die Riemannsche Vermutung versucht zu klären, welchen Gesetzen die Verteilung der Primzahlen in den Natürlichen Zahlen gehorcht.

Die Zahl 3 steht desweiteren für die 3 Raumdimensionen, die quasi nach dem Urknall im Universum "eingefroren" wurden, weil sich das Universum mit seiner Ausdehnung stetig abkühlt, der Grund dafür soll sich im Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik befinden den ich hier jetzt nicht weiter ausführen möchte weil es den Platz sprengen würde.

Die 3 findet sich auch in den orthogonalen Bestimmungen des physikalischen Raums, nämlich Länge, Breite und Höhe.

Es gibt 3 Primärfarben, es sind diese Rot, Grün und Blau.

In der Kern-und Teilchenphysik findet sich die Zahl 31 als Zahl der geschätzten Standardunsicherheit, so z.B. im Betrag des magnetischen Moments eines Dirac-Teilchens mit der Ladung und Masse des Protons, Gleichung hierzu :

https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/3c89be4f26aaaa4f424936c8b6f28061caca0eeb

welche den Wert ergibt :

https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/71facd2fb53c77bc845842ddba759ddcfb14907c

Die Zahl 31 in der Klammer des Endbetrags steht hier für die geschätzte Standardunsicherheit.

Auch bei der Berechnung der Gravitationskonstante erscheint die Zahl 31 als Betrag der geschätzten Standardunsichereit, wir notieren

https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/6265607198a50147d595f27fdb5d33f8dbb68b05

was die geschätzte Standardunsicherheit ergibt

https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/045c07ab7b18cb85cabcf4b26d6a9fe1faf46551

Apropos Proton. Ein Proton besteht aus 3 Valenzquarks, zwei Up-Quarks und einem Down-Quark. Die wichtigsten Eigenschaften dieser Valenzquarks sind Masse, Impuls, elektrische Ladung und Spin. Dies sind 4 Eigenschaften, was die Summe aus 3 plus 1 ergibt.

Der Betrag des magnetischen Moments, also das Kernmagneton, und die Gravitationskonstante, zählen zu den Physikalischen Konstanten, dies sind physikalische Größen, deren Wert sich nicht beeinflussen lässt und sich weder räumlich noch zeitlich verändern.

Allen irdischen Leben ist das Basentriplett gemein, welches aus 3 aufeinanderfolgenden Nukleobasen einer Nukleinsäure gebildet wird. Die Nukleobasen werden aus Adenin, Guanin, Cytosin und Thymin gebildet, was 4 Basen sind. 4 ist die Summe aus 3 plus 1.

Auch der Zahl 1 kommt fundamentale Bedeutung zu. Die 1 ist Teiler einer jeden natürlichen Zahl, darüber hinaus ändert sich der Wert einer Zahl nicht, wenn sie durch 1 dividiert, mit ihr multipliziert oder potenziert wird.

Die Zahl 1 gilt als eine der fünf wichtigsten Konstanten der Analysis, die Eulersche Identität benutzt in ihrer Gleichung die Zahl 1 um einen Zusammenhang dieser Konstanten herzustellen. 

Hier möchte ich den Beitrag nun abschließen. Wie schon erwähnt, wenn man aufmerksam sucht, wird man viele dieser Zusammenhänge und Zyklen finden. Der großartige Harald Lesch hat das mal in einem Video mit dem Titel "Radosophie" zusammengefasst. Dieses Video sei jedem an`s Herz gelegt, der wissen möchte, wo man überall auf vemeintliche wissenschaftliche Zusammenhänge stößt!

Sonntag, 2. September 2018

Herbst 2018

Bevor ich den kommenden Herbst beleuchte, ein kurzer Rückblick auf den vergangenen Sommer, der tatsächlich den 2ten Platz hinter dem Sommer 2003 einnimmt. Mit der immer noch anhaltenden Trockenheit war allerdings nicht zu rechnen, dies wurde auch von Langfrist-Experten nicht vorhergesehen, zu außergewöhnlich waren bzw. sind die großräumigen Wetterlagenstrukturen.

Die Druckabweichungen hatte ich im Frühjahr folgendermaßen versucht darzustellen :






(C)NOAA

Und so sehen die Druckabweichungen tatsächlich aus, ein sehr gutes Ergebnis :




























(C)NOAA

Die Nordost-Verlagerung des Hochdrucks fand zwar nicht statt, dafür stimmt die großräumige Struktur sehr gut überein.

Nun also zum kommenden Herbst. Das, was ich in meiner Sommer-Prognose schrieb, wird sich nun immer mehr realisieren - Die Angleichung der sehr starken Anomalien der Wassertemperaturen, die sich entsprechend in Großwetterlagen zeigen wird.

Jahreszeitlich bedingt kommt es besonders ab Ende September zu immer mehr Kaltluftausbrüchen via Nördliche Hemisphäre, dann beginnt die Polarnacht. Das aufeinandertreffen dieser Kaltluft auf das sehr warme Wasser im arktischen Bereich und des Nordatlantik wird viel Tiefdruck zur Folge haben, Nota Bene : Starke Gegensätze sind Tiefdruckfördernd, schwache Gegensätze Hochdruckfördernd.

Blick auf die Anomalien der Wassertemperaturen :



(C)NOAA

Im Vergleich mit den Wassertemps zu Beginn des Sommers ( siehe meine damalige Prognose ) hat sich das Wasser bspw. rund um die Azoren deutlich erwärmt - das war auch der Grund für die atlantische Blockade, die die Hochsommerlichen Großwetterlagen erst möglich machte - ausgehend von der Iberischen Halbinsel ist aber bereits zu erkennen daß das Wasser dabei ist sich leicht abzukühlen. Die Kaltluftausbrüche via NH werden dafür sorgen, daß Kaltluft in den mittleren Atlantik befördert wird ( aufgrund der Drehrichtung der Tiefdruckgebiete links herum ) und das immer noch recht starke Azorenhoch "glätten" werden. Somit wird sich das Azorenhoch nicht aufsteilen und eine Blockade herbei führen können. Die Druckkonstellation wird sich also normalisieren.

Desweiteren erkennen wir rund um Island ebenfalls sehr warmes Wasser. Durch die oben angesprochene Kaltluft wird sich das Isländische Tief gut ausbilden können.

Somit entstehen zwei gut ausgeprägte Aktionszentren, ein "normales" Azorenhoch und ein "normales" Islandtief. Diese Aktionszentren stehen dann für eher leicht wechselhaft geprägtes Wetter. Bis es soweit ist wird noch Zeit vergehen, solche Umbauprozesse dauern, angedeutet hatte sich dies aber bereits im August, der schon leicht zonal geprägt war trotz der ausgeprägten Hitzewelle. Dies ist im Plot des August sehr gut zu erkennen :

(C)NOAA

Wahrscheinlich wird der September und die erste Hälfte des Oktober noch von der "alten" Druckkonstellation mit gekippter Achslage Südwest / Nordost und entsprechender Advehierung subtropischer Luftmassen profitieren und zum großen Teil sommerlich verlaufen, damit dürfte aber ab mitte Oktober langsam Schluß sein, wobei im Oktober immer noch milde bis warme Lagen möglich sind, Stichwort "Altweibersommer".

Übrigens war der Atlantik an sich nie "tot" sondern sehr aktiv wie man am NAO-Index erkennen kann der sich schon seit langer Zeit überwiegend im positiven Bereich befindet :


(C)NOAA

Daran wird sich voraussichtlich wenig ändern, die Atlantische Hurrikan-Saison bspw. ist sehr schwach, bisher haben sich nur wenige Hurrikane bilden können

(C)WIKIPEDIA

und eine schwache Atlantische Hurrikan-Saison kann zu eher wechselhaften Wetter in Mitteleuropa führen da aufgrund der Windscherung die Stürme auf den offenen Atlantik umgeleitet werden

(C)WETTERZENTRALE

allerdings hängt es auch von der Zugbahn der Stürme ab, welche Luftmassen in Europa zum tragen kommen. Wird ein solcher Ex-Hurrikan / Tropischer Sturm in die Westwindzirkulation eingebunden, ist eher wechselhaftes Wetter zu erwarten. Wird eine eher Südlich / Südwestliche Zugbahn eingeschlagen, dann werden warme bis sehr warme subtropische Luftmassen advehiert! 

Als Fingerzeig für einen eher leicht wechselhaften Herbst ab mitte Oktober November mit entsprechenden Großwetterlagen steht die Tatsache, daß der Sommer über der NH besonders im Bereich Ost-Grönland / Nordwest-Kanada recht kalt verlief, gut zu sehen an den Abweichungen der Luft-Temps


(C)NOAA

und der verringerten Schmelzrate des Schnees bzw. der einigermaßen guten Schneebedeckung der NH inkl. Grönland

(C)RUTGER SNOW LAB


und dies ist eben ein wichtiger Umstand für den Zustand der Schneedecke auf Grönland. Reduzierte Schmelzrate des Schnees, daraus resultierend weniger Süßwassereintrag in den Labrador-bzw. Neufundlandstrom, dadurch gute Voraussetzungen für  Tiefdruckbildung im Bereich Neunfundland, der Geburtststätte der Atlantischen Tiefs.

Die allmählich beginnende Normalisierung spiegelt sich auch im Jetstream dar, der Polarfront-Jetstream ist dabei sich zu bilden wie man besonders über Nordamerika / Kanada gut erkennen kann :




 (C)CALIFORNIA REGIONAL WEATHER SERVER

Mit folgenden Druckabweichungen könnte zu rechnen sein :



FAZIT :


Der Herbst dürfte recht gegensätzlich verlaufen, Zonale Wetterlagen eher unterrepräsentiert, Gemischte Wetterlagen und Meridionale werden stärker vertreten sein, physikalisch gar nicht anders möglich aufgrund der starken Gegensätze - dennoch sind im Oktober, wie oben erwähnt, noch milde bis sehr warme Lagen ( Altweibersommer ) möglich, genauso wie kühle bis kalte Lagen bis in den November hinein - verstärkt durchsetzen.


Der Vollständigkeit halber noch die Temp-Abweichung des Herbst die ich bei +1° bis +2° verorten würde.