Freitag, 30. August 2013

Herbst 2013

Die Rückkehr der Westdrift!

Wer auf eine Verlängerung des zurückliegenden Sommers bis in den Herbst hofft, wird wahrscheinlich enttäuscht werden.

Blicken wir mal wieder weit hinauf zur Nördlichen Hemisphäre respektive der Arktis. Der aktische Sommer war recht kalt, was zu einer sehr stark verringerten Schmelzrate des Eis geführt hat. Wir erinnern uns, eine verstärkte Schmelzrate im vergangenen Sommer ( 2012 ) führte u.a. zu einer abgeschwächten Nordatlantischen Oszillation da die Gegensätze bis in mittlere Breiten herabgesetzt wurde.

Da dies im zurückliegenden arktischen Sommer ausgeblieben ist und dieser darüber hinaus sogar ungewöhnlich kalt verlief, muss gegenwärtig davon ausgegangen werden daß nun verstärkt permanent Kaltluft aus der Arktis via Baffin Bay / Davis-Straße / Labradorstrom in Ri. Neufundland transportiert wird.

Dieser Umstand wiederum sollte die Tiefdruckproduktion im Bereich Neufundland anregen. Die Folgen für Mitteleuropa sollten hinlänglich bekannt sein : im Spätsommer / Frühherbst führt dies zu wechselhaften Wetter, geprägt von starken Niederschlägen und milden Temperaturen. Tiefdruckeinfluß wird aber auch kurzzeitigen Kaltluftvorstößen aus Nordwest eine Möglichkeit bieten auf Mitteleuropa überzugreifen. Da sich aber hier gegenwärtig wenig Kaltluft angesammelt hat dürften diese recht moderat verlaufen.

Da sich im Atlantik darüber hinaus eine schwache Hurrikansaison ankündigt ist im Zusammenspiel dieser beiden Komponenten mit einem oder mehreren starken Stürmen hervorgerufen durch Tiefdruck im Bereich Neufundland im Spätherbst  zu rechnen.

Kurz und knapp : ein wechselhafter aber milder Herbst scheint anzustehen, von den Niederschlägen her dürfte er deutlich zu nass ausfallen, von den Temps her etwas über "normal", also von +0,5° bis +1,5° Abweichung zum Klimamittel 1961-1990.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Sommer 2013

Weiterhin Dominanz der meridionalen Großwetterlagen aber......

.....dies muss nicht bedeuten, daß sich die gestörte Zirkulation des vergangenen Frühjahrs mit dem rekordkalten März und dem sehr nassen Mai nun monatelang fortsetzt!

Denn die Anzeichen mehren sich, daß sich die Zirkulation zwar nicht grundlegend umstellt, aber es stehen die Chancen gut, daß Mitteleuropa endlich mal in den Zufuhr von warmen bis heißen Luftmassen durch die Vorderseiten von Südatlantischen Tiefdruckgebieten kommt.

Der hohe Druck, der bis dato nordwestlich von Skandinavien herrschte, scheint sich nun endlich in Ri. Zentralskandinavien zu bewegen. Gleichzeitig scheint sich auch das Azorenhoch daran zu erinnern wo sich eigentlich sein Platz befindet.

Diese beiden Wettersysteme im Einklang sollten recht bald zum ersten Sommervorstoß führen. Ein interessanter Aspekt scheint sich in arktischen Breiten zu entwickeln : Kälte. Diese Kälte wird sich, sollte sie weitergehen, noch als Fingerzeig für den Herbst und den kommenden Winter erweisen. Falls die Entwicklung so weitergeht! Dazu später ( sehr viel später ) mehr.

Wir könnten also zwei sehr starke Hochdruckgebiete ausmachen; zum einen ein Skandinavienhoch, zum anderen ein Azorenhoch. Im Zusammenspiel mit mehreren Tiefdruckgebieten ( ein Tief nahe der Britischen Inseln bspw. ) würde dies eine Südwestlage ermöglichen, und in Folge dessen Transport von warmen bis heißen Luftmassen nach Mitteleuropa.

Die Persistenz bzw. Dominanz der Meridionalen Großwetterlagen erleben wir nun schon, mit kleinen Unterbrechungen, seit September 2012. Ich rechne spätestens zum Sommerende mit einem durchgreifenden Großwetterlagenwechsel hin zu eher zonal geprägten Lagen!

Dies werde ich in meiner Herbst-Prognose nochmal zur Sprache bringen, diese werde ich wohl Ende August schreiben.

Zum Schluß noch die Temp-Prognose : nach einem wahrscheinlich schwachen Start ( das zeigen die aktuellen Wetterkarten leider nunmal an ) mit Unwetterpotential ( Vb-Wetterlage daraus resultierend Hochwasser! Man bedenke die erheblichen Niederschlagsmengen besonders im Osten!! )  dürfte es schnell bergauf gehen.

Der Sommer wird aller Voraussicht nach mit +1° bis + 2° Abweichung abschließen. Wie immer, zum Klimamittel 1961-1990.


Donnerstag, 28. Februar 2013

Frühjahr 2013

Wenig Hoffnung auf Wärme!

Der Winter, der aktuell nun zu Ende geht, hat gezeigt, wie persistent manche Großwetterlagen sein können. In diesem Fall meine ich die Nördlichen / Nordwestlich geprägten Wetterlagen, die, wie vermutet, im zurückliegenden Winter sehr häufig auftraten.

Und diese Persistenz scheint sich nahtlos in den Frühling fortzusetzen. Denn vom Major Warming des Polarwirbels Ende Januar hat sich dieser bis dato noch nicht erholt. Und eine Erholung des Polarwirbels wäre eine Grundvoraussetzung für die Umstellung der Zirkulation auf Frühlingskurs. Denn im Moment herrscht immer noch eine gestörte Zirkulation, der Atlantik durch ein starkes Hochdruckgebiet weit im Westen und einem Tiefdruckgebiet östlich davon quasi blockiert, dazu ein starkes Hochdruckgebiet nordwestlich von Skandinavien und gleichzeitig viel Kaltluftpotential über den Nördlichen Breiten und im Osten. Diese Situation ermöglicht immer wieder starke Kaltlufteinbrüche nach Mitteleuropa.

Diese werden u.a. durch Tiefdruckgebiete ausgelöst bzw. durch die Vorderseite derselbigen. Unangenehmer Nebeneffekt : erhöhte Niederschläge.

Es scheint heuer lange zu dauern bis endlich der Durchbruch zum Frühling erfolgt. Daher gehe ich davon aus, daß der Frühling zum Mittel 1961-1990  zu kalt ausfällt, geschätzt würde ich  -0,5° bis -1° Abweichung annehmen.

Freitag, 30. November 2012

Winter 2012/2013

Der Auf-und ab Winter?

Fangen wir ganz oben auf dem Globus an, in der Arktis! Schon seit einiger Zeit wird auf das Rekord-Eis-Minimum dort aufmerksam gemacht. Daß dieses Minimum verantwortlich dafür sein könnte, daß die Winter in Zukunft eisig kalt werden könnten.

Warum? Nun, die Theorie der Wissenschaftler ist, daß durch eine mangelnde Eisbedeckung im Winter, hervorgerufen durch eine starke Schmelzrate im arktischen Sommer (!), das Sonnenlicht nun stärker absorbiert wird. Im Folge dessen erwärmt sich das Wasser stärker als sonst üblich, und diese Wärme wird in den Folgemonaten an die Athmospäre abgegeben. Dies wiederum lässt die thermalen Gegensätze ( kalt/warm ) schwächer werden, was zu einer Abschwächung der Nordatlantischen Oszillation führt. Diese ist durch ihre Tiefdruckentwicklung für die vielen eher gemäßigten Winter in Mitteleuropa verantwortlich.

Ich hingegen glaube, daß dies nur ein Baustein ist. Es wird nämlich vergessen, daß auch die Entwicklung auf der Südhalbkugel eine gewichtige Rolle spielt, bzw. die Stärke des Golfstroms. Dieser transportiert ja warmes Wasser aus dem Mittleren/Südlichen Atlantik weit rauf bis in den Nordatlantik. Sehr wichtig ist die Warmwasseradvektion in Ri. Neufundland, der Geburtsstätte der Atlantischen Tiefdruckgebiete.

Und nun wird es interessant. Es ist anzunehmen, daß die Tiefdruckproduktion bei Neufundland zwar durch die verringerten thermalen Gegensätze abgeschwächt, jedoch nie ganz aussetzen wird. Dies wird wohl der Golfstrom verhindern.

Was wäre die Folge?

Ein auf und ab der Wettersysteme. Da die ganzen thermalen Prozesse ja immer Zeit brauchen bis sie sich verstärken bzw. abschwächen, ist anzunehmen, daß periodenweise starke Tiefdruckgebiete vom Atlantik mildes Wetter bringen, diese dann wieder durch Nordwestliche Tiefdruckgebiete / Nördliche Hochdruckgebiete ( Skandinavienhoch und daraus resultierend Kaltluft via Ost! ) mit Kälte und Niederschlägen hauptsächlich in Schneeform abgelöst werden.

Fazit : von der gemittelten Temperatur her dürfte aufgrund des auf-und ab dieser Winter "normal" ausfallen, was vom Klimamittel 1961-1990 eine Abweichung von 0° bis +0,5° bedeutet.