Donnerstag, 28. August 2014

Herbst 2014

Ein trüber und milder Herbst.

Jede Dekade, also jeder 10-Jahres-Zeitraum, hat seine ganz besonderen Eingenheiten bezügl. des Wetters. Allerdings muss man konstantieren daß sich der Herbst bis dato recht erfolgreich gegen die derzeit stattfindende Klimaänderung "wehrt". Schaut man sich die langen Zeitreihen der Temp-Abweichungen an so fällt auf, daß besonders der Herbst mit wenigen Ausreissern nach unten und oben verzeichnet wird, natürlich gibt es bei den einzelnen Monaten ein paar, die mit starken positiven/negativen Abweichungen auffallen aber bei weitem nicht so viele wie beim Frühjahr und beim Winter, diese beiden Jahreszeiten haben bisher am deutlichsten Veränderungs-Signale der Klimaänderung gezeigt.

Zu rechnen ist 2014 mit einem relativ milden aber trüben Herbst aufgrund der Tatsachen daß zunächst mal die Zirkulation, die wir aus dem Sommer kennen - Hochdruckbildung von den Azoren bis nach Nordost mit Brückenbildung oder Einbruch von kleinen Tiefs - noch etwas weiter gehen wird mit den entsprechenden Folgen, also steter Wechsel von mild-trockenen Lagen hin zu kühl-feucht. Diese gekippte Achslage wird v.a. in einigen Regionen des Mittelmeers für sehr hohe Niederschlags-Mengen sorgen, da die Tiefdruckgebiete ja ausweichen müssen - dies tun sie entweder hoch in den Norden oder eben in den Süden! Im weiteren Herbstverlauf ist mit verstärktem Tiefdruck vor der Iberischen Halbinsel / östlicher Atlantik zu rechnen, dies dürfte die eher Meridional geprägte Zirkulation noch stärken durch Zufuhr warmer, aber auch entsprechend feuchter Luftmassen via Südwest. Es ist eine verstärkte Hochdruck-Konzentration im Zentral-Skandinavischen-Baltischen Raum zu erwarten. Dies verursacht allerdings starke Wolkenbildung, die dann in vielen Regionen für sonnenscheinarmes Wetter sorgt. Mit diesem Problem hatten einige Regionen ja schon im Sommer zu kämpfen, wenn auch aufgrund anderer Wetterlagen.

Da sich im weiteren Verlauf dann langsam aber sicher die Gegensätze zwischen den Polregionen und den Subtropen verstärken werden - bereits jetzt hat sich einiges an Kaltluft in der Nördlichen Hemisphäre angesammelt die früher oder später auf den Atlantik ausbrechen wird  - und darüber hinaus mit einer Hurrikan-Saison leicht unter dem Durchschnitt zu rechnen ist, wird die Zirkulation von gemischt über meridional und wieder zurück wechseln. Herbststürme sind heuer allerdings kaum zu erwarten, und wenn, dann dürften diese sehr viel schwächer als 2013 ausfallen, das könnte meridionalen Wetterlagen zur mitte des Herbst dergestalt Tür und Tor öffnen als daß es dann zu tageweiser Hochdruckbildung kommen könnte, Stichwort "Altweibersommer".

Die Eis-Situation in der Arktis hat sich 2014 im Vergleich zu 2013 nicht signifikant erholt, inwieweit dies ein Fingerzeig für den kommenden Winter ist muss noch abgewartet werden. Markanter aber kurzer Kaltlufteinbruch im Spätherbst? Abwarten.

Bei der Temp-Abweichung scheint es auf 1° bis zu 2° Abweichung zur Klimareferenzperiode 1961-1990 hinaus zu laufen!


Montag, 26. Mai 2014

Sommer 2014

Wenige  (hoch)sommerliche Phasen im steten Wechsel mit längeren kühleren Phasen?

Eines der wärmsten und trockensten Frühjahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen liegt hinter Mitteleuropa. Obwohl der Mai quasi durchschnittlich verlief hatte sich an der großräumigen athmosphärischen Konstellation wenig geändert bzw. brachte der Mai nur eine kurze Unterbrechung der bekannten Zirkulation. Und die bestand weiterhin darin, daß die Frontalzone der wetterbestimmenden Wetterlagen eher nördlich orientiert blieb, allerdings mit einer Achslage die in Südwest / Nordost - Richtung gekippt war.

Hervorgerufen wurde dies u.a. durch recht hohe Wassertemperaturen im mittleren Atlantik ( Azoren ), der Biskaya, Ärmelkanal, Nordsee, Ostsee und im Nordmeer besonders im Bereich südlich Spitzbergen, aber auch im Bereich Island. Dies hatte zur Folge, daß es wenig Gegensätze gab, und dies hatte wiederum verringerte Tiefdruckbildung besonders in  Nordwest zur Folge! Desweiteren fanden wir östlich von uns ebenfalls sehr warme Luftmassen die weit nach Nord und Nordost reichten. Dies stützte Hochdruckentwicklung über dem gesamten Nordöstlichen Raum  respektive Finnland, Baltikum, Nordostrussland.

Nun scheint sich das ganze zu ändern. Direkt im Norden, über bzw. bei Zentral-Skandinavien, scheint es zu vermehrter Tiefdruckbildung zu kommen und dazu korrespondierend zu Hochdruck über dem Nordmeer, dies sorgt für Einbrüche kühlerer, feuchter Luft nach D hinein.

Vereinfacht gesagt werden wir einerseits immer wieder Hochdruckbildung sehen die sich von den Azoren bis nach Nordost zieht, diese Hochdruckgebiete werden sich wohl immer wieder zusammenschließen und dann kommt es zum Transport von subtropischen Luftmassen via Südwest bis weit nach Mitteleuropa hinein und auch darüber hinaus. Die erste ernsthafte Hitzewelle dürfte angesichts der weiterreichenden Entwicklungen bereits kurz nach Sommerbeginn ins Haus stehen.Andererseits werden wir aber auch ein quasi "aufgeblähtes" Azorenhoch sehen welches nicht unbedingt für stabiles sommerliches Wetter sorgt da die daraus resultierende Zonalisierung feuchte und eher mäßig warme Luftmassen via West nach ME transportiert. Sog. "Ableger" des Azorenhochs können aber kurzzeitig für verhaltenes sommerliches Wetter sorgen. Falls sich ein solcher Ableger zu einem Hoch Mitteleuropa entwickelt kann solch eine sommerliche Lage durchaus länger anhalten.

Eine solche Brückenbildung wie oben beschrieben ist allerdings sehr angreifbar für Tiefdruckentwicklung aus West / Nordwest, desweiteren scheint sich starke Hochdruckentwicklung über Grönland abzuzeichnen, diese würde polare Luftmassen von der Nördlichen Hemisphäre in den Nördlichen Atlantik transportieren welche wiederum stützend für Trogentwicklungen über Mitteleuropa wäre.Allerdings besteht bei Trogartigen Entwicklungen immer wieder mal die Chance auf eine warme/heiße Vorderseite, je nachdem welche Zugrichtung dieser Trog nimmt.

Es wird also immer wieder  kühlere Einbrüche auch mit Niederschlag geben, diese können, das versteht sich beim zusammentreffen von derart gegensätzlichen Luftmassen von selbst, recht heftig gewittrig bis Unwetterartig ausfallen. Wochenlange, landesweit kühle Regenphasen werden aber wohl die Ausnahme bleiben. Der Norden des Landes ist bei derartigen Entwicklungen leider deutlich benachteiligt, so wie diese Regionen bei den eingangs genannten Entwicklungen deutlich bevorteilt sind ( Hochdruckbildung im Nordöstlichen Bereich! ), was sich dann in einer evtl. Zweiteilung beim Wetter äußern könnte. Solche Zweiteilungen können durchaus recht persistent, also ausdauernd sein.

Ich gehe daher von aus daß der Sommer in der Endabrechnung auf eine Abweichung von 0,5° bis 1,5° kommen wird, bezogen auf die Klimareferenzperiode 1961-1990. Niederschlagsmäßig wird dieser Sommer deutlich überdurchschnittlich verlaufen, v.a. im Hoch & Spätsommer.


Freitag, 28. Februar 2014

Frühjahr 2014

Zunächst sehr warm, später Dominanz der kühl-milden Lagen?

Nach dem zurückliegenden Mildwinter - übrigen der viertmildeste seit 1881! - setzen viele ihre Hoffnungen darauf, daß sich diese milde Witterung durch das gesamte Frühjahr zieht. Es werden auch Vergleiche mit ähnlichen Frühjahren bemüht, bspw. 2007, als nach dem Rekordmildwinter v.a. im April teils hochsommerliche Temperaturen besonders in Mitteleuropa herrschten.

Aber, Wetter wiederholt sich nicht 1:1, und dies scheint für das kommende Frühjahr besonders zu gelten! Richten wir unseren Blick auf den Amerikanischen Kontinent, dieser hat einen äußerst kalten, wenn auch nicht rekordkalten Winter hinter sich bzw. der Winter ist dort noch allgegenwärtig.

D.h. daß die Kaltluftausbrüche in Ri. Neufundland weiterhin Bestand haben, dies wird im fortschreitenden Frühjahr dafür sorgen, daß Versuche der für sehr warme Frühlingslagen benötigte Meridionalisierung im Atlantik ( Tief südlich der Britischen Inseln und dadurch Advektion von subtropischen Luftmassen ) zunächst Erfolg haben und entsprechend warmes und wahrscheinlich sehr trockenes Wetter hervorrufen, später dann aber eher zonalisiert werden. Die atlantischen Hochs, die sich zweifelsohne bilden - wir haben auffällige kühle Wasseranomalien im Atlantik nahe der Azoren - werden immer wieder den Lückenschluss mit kontinentalen Hochs suchen, da das ganze aber wie gesagt recht zonal von statten geht wird das Temp-Niveau eher verhalten sein, da Mitteleuropa an der Ostflanke mit kühleren koninentalen Luftmassen rechnen muss.

Hinzu kommt, daß im Skandinavischen Bereich durch die stärker werdenden Gegensätze - recht mildes Nord/Ostseewasser in Verbindung mit immer noch kalten polaren Luftmassen - sich eher Tiefs bilden, diese Tiefs könnten dann die fragile Hochruckbrücke immer wieder stören und kurzzeitig für wechselhaftes, kühles Wetter sorgen.

Im weiteren Verlauf gegen Ende des Frühjahrs hin scheint sich dann wieder eine Dominanz zu Hochdrucklagen anzukündigen die eher nördlich orientiert sind, Hoch Britische Inseln wäre hier zu nennen oder auch eine Antizyklonale Nordostlage. Dies sorgt im Frühjahr für überaus sonniges, aber eben auch eher mäßig temperiertes Wetter.

Daher gehe ich davon aus daß das Frühjahr mit einer Abweichung von +1,5° bis +2,5° abschließen wird.

Sonntag, 24. November 2013

Winter 2013/2014

Mildwinter ante portas!

Alle Zeichen stehen derzeit, auch wenn der Meteorologische Winterbeginn noch ansteht, auf einen ( klassischen? ) Mildwinter. Damit sind Winter gemeint, die mehr als +1° Abweichung gegenüber dem Klimamittel ( 1961-1990 ) aufweisen. Der Reihe nach.

Wie schon in der Herbstprognose erwähnt hat sich die Situation des Arktis-Eis mehr als erholt. Hervorgerufen wurde dies durch einen kalten arktischen Sommer. Durch die deutlich geringere Schmelzrate des Schnees wurde wesentlich weniger Süßwasser in den Labradorstrom eingeführt, dies hat zur Folge daß die Zyklongenese, also die Tiefdruckproduktion bei Neufundland, ungestört verlaufen kann.

Das war schon, mit kurzen Unterbrechungen,  auch im Herbst der Fall, welcher ja sehr mild und zu nass ausfiel. Unterbrochen wurde die West-geprägte Großwetterlage von meridionalen Einschüben, allerdings von einer Südwestlage die ja noch milder ist als eine Westlage.

Dazu, ebenfalls in der Herbstprognose angekündigt, scheint es eine sehr schwache Atlantische Hurrikansaison zu geben, welch für entsprechende Tiefdruckentwicklung vor Neufundland sorgt und darüber hinaus die West&Südwestlagen weiter mit Geopotential versorgt, also milde energiereiche Luft&Wassermassen.

Desweiteren haben wir einen starken Polarwirbel wie schon lange nicht mehr, desweiteren fehlt in Skandinavien und Russland ein ausreichendes Kältepotential welches durch Advektion nach Mitteleuropa gelangen könnte.

Abschließend fehlt in arktischen Breiten bzw. dem Nordmeer die Voraussetzung zur Bildung eines starken Polarhochs, nämlich  kaltes Wasser! Dort befindet sich stattdessen eine starke positive Temperatur-Anomalie des Wassers. Das erhöht die thermalen Gegensätze und fördert eher die Bildung eines Tiefs. Für ein Polarhoch wäre Warmluftadvektion aus Äquatornähe erforderlich, welche in die Höhe steigt, polwärts wandert und dort absinkt.

Ein Polarhoch wäre eine Grundvoraussetzung für das evtl. entstehen einer Plötzlichen Stratosphären-Erwärmung mit anschließenden Split des Polarwirbels, wobei es wichtig ist WO dieser Split erfolgt. Nicht immer ist ein Split förderlich für Wintereinbrüche in Mitteleuropa. So kann es durchaus passieren daß der Split statt direkt über der Arktis nun etwas weiter westlich erfolgt und Mitteleuropa statt auf die kalte Rückseite auf die warme Vorderseite gerät.

Zusammenfassend gehe ich davon aus daß dieser Winter mit einer Abweichung von +1,5° bis +2° zum Klimamittel 1961-1990 abschießt.

Freitag, 30. August 2013

Herbst 2013

Die Rückkehr der Westdrift!

Wer auf eine Verlängerung des zurückliegenden Sommers bis in den Herbst hofft, wird wahrscheinlich enttäuscht werden.

Blicken wir mal wieder weit hinauf zur Nördlichen Hemisphäre respektive der Arktis. Der aktische Sommer war recht kalt, was zu einer sehr stark verringerten Schmelzrate des Eis geführt hat. Wir erinnern uns, eine verstärkte Schmelzrate im vergangenen Sommer ( 2012 ) führte u.a. zu einer abgeschwächten Nordatlantischen Oszillation da die Gegensätze bis in mittlere Breiten herabgesetzt wurde.

Da dies im zurückliegenden arktischen Sommer ausgeblieben ist und dieser darüber hinaus sogar ungewöhnlich kalt verlief, muss gegenwärtig davon ausgegangen werden daß nun verstärkt permanent Kaltluft aus der Arktis via Baffin Bay / Davis-Straße / Labradorstrom in Ri. Neufundland transportiert wird.

Dieser Umstand wiederum sollte die Tiefdruckproduktion im Bereich Neufundland anregen. Die Folgen für Mitteleuropa sollten hinlänglich bekannt sein : im Spätsommer / Frühherbst führt dies zu wechselhaften Wetter, geprägt von starken Niederschlägen und milden Temperaturen. Tiefdruckeinfluß wird aber auch kurzzeitigen Kaltluftvorstößen aus Nordwest eine Möglichkeit bieten auf Mitteleuropa überzugreifen. Da sich aber hier gegenwärtig wenig Kaltluft angesammelt hat dürften diese recht moderat verlaufen.

Da sich im Atlantik darüber hinaus eine schwache Hurrikansaison ankündigt ist im Zusammenspiel dieser beiden Komponenten mit einem oder mehreren starken Stürmen hervorgerufen durch Tiefdruck im Bereich Neufundland im Spätherbst  zu rechnen.

Kurz und knapp : ein wechselhafter aber milder Herbst scheint anzustehen, von den Niederschlägen her dürfte er deutlich zu nass ausfallen, von den Temps her etwas über "normal", also von +0,5° bis +1,5° Abweichung zum Klimamittel 1961-1990.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Sommer 2013

Weiterhin Dominanz der meridionalen Großwetterlagen aber......

.....dies muss nicht bedeuten, daß sich die gestörte Zirkulation des vergangenen Frühjahrs mit dem rekordkalten März und dem sehr nassen Mai nun monatelang fortsetzt!

Denn die Anzeichen mehren sich, daß sich die Zirkulation zwar nicht grundlegend umstellt, aber es stehen die Chancen gut, daß Mitteleuropa endlich mal in den Zufuhr von warmen bis heißen Luftmassen durch die Vorderseiten von Südatlantischen Tiefdruckgebieten kommt.

Der hohe Druck, der bis dato nordwestlich von Skandinavien herrschte, scheint sich nun endlich in Ri. Zentralskandinavien zu bewegen. Gleichzeitig scheint sich auch das Azorenhoch daran zu erinnern wo sich eigentlich sein Platz befindet.

Diese beiden Wettersysteme im Einklang sollten recht bald zum ersten Sommervorstoß führen. Ein interessanter Aspekt scheint sich in arktischen Breiten zu entwickeln : Kälte. Diese Kälte wird sich, sollte sie weitergehen, noch als Fingerzeig für den Herbst und den kommenden Winter erweisen. Falls die Entwicklung so weitergeht! Dazu später ( sehr viel später ) mehr.

Wir könnten also zwei sehr starke Hochdruckgebiete ausmachen; zum einen ein Skandinavienhoch, zum anderen ein Azorenhoch. Im Zusammenspiel mit mehreren Tiefdruckgebieten ( ein Tief nahe der Britischen Inseln bspw. ) würde dies eine Südwestlage ermöglichen, und in Folge dessen Transport von warmen bis heißen Luftmassen nach Mitteleuropa.

Die Persistenz bzw. Dominanz der Meridionalen Großwetterlagen erleben wir nun schon, mit kleinen Unterbrechungen, seit September 2012. Ich rechne spätestens zum Sommerende mit einem durchgreifenden Großwetterlagenwechsel hin zu eher zonal geprägten Lagen!

Dies werde ich in meiner Herbst-Prognose nochmal zur Sprache bringen, diese werde ich wohl Ende August schreiben.

Zum Schluß noch die Temp-Prognose : nach einem wahrscheinlich schwachen Start ( das zeigen die aktuellen Wetterkarten leider nunmal an ) mit Unwetterpotential ( Vb-Wetterlage daraus resultierend Hochwasser! Man bedenke die erheblichen Niederschlagsmengen besonders im Osten!! )  dürfte es schnell bergauf gehen.

Der Sommer wird aller Voraussicht nach mit +1° bis + 2° Abweichung abschließen. Wie immer, zum Klimamittel 1961-1990.


Donnerstag, 28. Februar 2013

Frühjahr 2013

Wenig Hoffnung auf Wärme!

Der Winter, der aktuell nun zu Ende geht, hat gezeigt, wie persistent manche Großwetterlagen sein können. In diesem Fall meine ich die Nördlichen / Nordwestlich geprägten Wetterlagen, die, wie vermutet, im zurückliegenden Winter sehr häufig auftraten.

Und diese Persistenz scheint sich nahtlos in den Frühling fortzusetzen. Denn vom Major Warming des Polarwirbels Ende Januar hat sich dieser bis dato noch nicht erholt. Und eine Erholung des Polarwirbels wäre eine Grundvoraussetzung für die Umstellung der Zirkulation auf Frühlingskurs. Denn im Moment herrscht immer noch eine gestörte Zirkulation, der Atlantik durch ein starkes Hochdruckgebiet weit im Westen und einem Tiefdruckgebiet östlich davon quasi blockiert, dazu ein starkes Hochdruckgebiet nordwestlich von Skandinavien und gleichzeitig viel Kaltluftpotential über den Nördlichen Breiten und im Osten. Diese Situation ermöglicht immer wieder starke Kaltlufteinbrüche nach Mitteleuropa.

Diese werden u.a. durch Tiefdruckgebiete ausgelöst bzw. durch die Vorderseite derselbigen. Unangenehmer Nebeneffekt : erhöhte Niederschläge.

Es scheint heuer lange zu dauern bis endlich der Durchbruch zum Frühling erfolgt. Daher gehe ich davon aus, daß der Frühling zum Mittel 1961-1990  zu kalt ausfällt, geschätzt würde ich  -0,5° bis -1° Abweichung annehmen.